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150jahre

150 Jahre


1866 - 2016

Tradition mit Zukunft

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Videoprojekt "Tradition mit Zukunft"   

Heinz Haase liest aus dem Protokollbuch des ältesten deutschen Anglervereins
"Angelfreunde 1866 e.V. Berlin"

ins Vereinsregister eingetragen am 8.März 1866 als "Central-Verein der Angelfreunde 1866 zu Berlin"

Nachfolgend die Clips mit je 2 bis 4 Protokollen. Um direkt zum Clip zu springen, bitte auf die Jahreszahlen klicken. Ganz unten befindet sich der Auszug aus unserer Vereinschronik zu dieser Zeit, darin auch zahlreiche inhaltliche Schwerpunkte der Protokolle. Natürlich geht es in den meisten Protokollen um das alltägliche Leben des Vereins, wie die jährlichen Stiftungsfeste, Freud und Leid der Mitglieder und die Preise der Angelkarten. Aber es finden sich viele Belege dafür, dass schon damals Fragen der Gewässerpflege, der Bestandsentwicklung im Vereinsgewässer Rummelsburger See und der gemeinsamen Verantwortung der Angler (z.B. im Rahmen der Gründung des "Deutschen Angler-Bundes" eine wichtige Rolle spielten. Aber auch manch Lustiges, wie ein "Froschbeinbuffet" zum Schutz der Laichplätze und die angebliche Vorliebe der Aale für Wasserleichen wurde aufgezeichnet. Wer sich also dafür interssiert, der sollte sich etwas Zeit nehmen, entspannt hinsetzen und mehr als hundert Jahre zurückversetzen. In eine Zeit ohne Autos, S-Bahn, Telefon ..., aber schon mit herrlichen Stunden am Wasser bei unserer Leidenschaft Angeln.    
                                                                                                  Viel Spaß und Petri Heil!

Hier noch eine kurze Anmerkung zu "Tradition mit Zukunft" von Heinz als pdf-Datei.

Protokolle aus den Jahren

1882 bis 1885         1885      1886 bis 1887      1888       1889 bis 1891      1892
1893      1894 bis 1897     1900       1902        1904 bis 1905       1906 bis 1907

Auszug aus der Vereinschronik 

1858: Bei einem fidelen Angeln an der Spree entstand unter den Teilnehmern der Gedanke einen Verein zu gründen. Diese Idee ließ die Angler nicht mehr los und kurze Zeit später einigten sich anlässlich der Einweihung der Mühlenberger Anglervilla in Stralau die Mühlenberger und Stralauer Angler einen Angler-Verein zu gründen. Die Gründungsversammlung selbst fand bei Mundt in der Köpenicker Straße 100 statt.
1863: In den Jahren zwischen 1858 und 1863 nahm die Anzahl der Mitglieder ständig zu. Als sie schließlich 1863 sprunghaft von 30 auf 80 anwuchs, wurde das bis dahin genutzte Lokal zu klein und man zog in das Lokal von Streich in der neuen Friedrichstraße 44 um.
1866: Der Vorstand des Vereins hatte inzwischen Statuten und alle zu der offiziellen Vereinsgründung erforderlichen Unterlagen ausgearbeitet und der Polizeibehörde vorgelegt. Sie wurden genehmigt und somit wurde der Verein am 8. März 1866 unter der Policen-Nummer 148 in das Berliner Vereinsregister eingetragen. Er gab sich den Namen
                         „Central-Verein der Angelfreunde 1866 zu Berlin.“
Von diesem Zeitpunkt an beging unser Verein jährlich im Monat März ein so genanntes
Stiftungsfest.
1867: Heimstatt für die Angler unseres Vereins war der Rummelsburger See. In einer der Versammlungen wurde aber darüber Klage geführt, dass der See so verkrautet ist, dass Angler und der Kahn gefährdet seien. Ab wann der See vom Verein gepachtet wurde, ist bis dahin noch nicht erkennbar.
1869: Im Protokoll vom 18. März übten die Mitglieder Kritik am Lokal. Das Lokal sei verschmutzt, die Stühle kaum zum Sitzen zu gebrauchen und überhaupt sei das ganze Lokal höchst mangelhaft. Der Wirt versprach daraufhin, das Lokal vollständig restaurieren zu lassen.
Am 2. Dezember legte der 1. Vorsitzende, nachdem er den Verein 11 Jahre lang geleitet hatte, seine Funktion nieder und es kam zur Neuwahl.
1870: Innerhalb des Vereins bildete sich ein Chor und eine Lotteriegemeinschaft. Wegen des Krautes im Rummelsburger See wurde im Berliner Abgeordnetenhaus vorgesprochen. In der Versammlung am 3. Januar wertete man die Fangergebnisse der vergangenen drei Jahre aus. Dabei wurde festgestellt, dass in den Jahren 1867 und 1868 die Fangergebnisse gut waren. Dagegen wurde 1869 schlecht gefangen.
Der Schriftführer des Vereins eröffnet mit einem Taler einen „Fahnenfonds.“ In der Folgezeit bestickten die Frauen und Mädchen des Vereins den Fahnenstoff.
1875: Nach jahrelanger und mühevoller Kleinarbeit war dann die Fahne fertig. Anlässlich des Stiftungsfestes am 8. März übergaben die Frauen und Mädchen dem Verein am 8. März die fertige Fahne.
(Diese Fahne befindet sich noch heute in unserem Besitz, worauf wir besonders stolz sind. Sie hat Seltenheitswert und wird als historisch wertvolles Kulturgut eingestuft.)
1883: In der Mitgliederversammlung am 6. Februar machte ein Mitglied den Vorschlag, dem Sieger des traditionellen „Königsangeln“ zusätzlich ein Geschenk zu überreichen und dazu 15,00 Mark aus der Vereinskasse zu verwenden. Es kam zu einer heftigen Debatte in der man sich nicht einigen konnte und so wurde schließlich der Vorschlag abgelehnt.
1884: Auf der am 21. Februar stattgefundenen Mitgliederversammlung wurde nach Durcharbeitung aller Paragrafen ein neues Statut und eine überarbeitete Geschäftsordnung mit großer Mehrheit angenommen.
1887: Im April stellte sich heraus, dass „ … die Fischerei des Rummelsburger Sees“ wieder zu verpachten sei. Der jährliche Pachtzins sollte 54,00 Mark betragen. Die Mitglieder kamen zu der Auffassung, diesen Pachtzins aufbringen zu können. Sie beschlossen, den Rummelsburger See zu pachten.
1888: An der Vereinsfahne wurde eine erste Reparatur notwendig. Dazu eingeleitete Maßnahmen ergaben, dass für eine saubere Ausführung der Reparatur  200,00 Mark notwendig seien. Das erschien den Mitgliedern zu teuer. Am 4. Oktober wurde deshalb eine dreiköpfige Kommission gebildet, die dazu weitere Erkundigungen einziehen sollte.
1889: Es gelang dem Verein, den Rummelsburger See für das Jahr 1889 wieder zu pachten.
1890: Am 6. Februar wurde der Beitritt zum Deutschen Fischerei-Verein beschlossen.
1891: Das 25jährige Stiftungsfest fand am 7. März im Neuen Clubhaus in der Kommandantenstraße 72 (heute Kreuzberg) statt. Es feierten 123 Teilnehmer, davon 40 Mitglieder, 32 Mitgliedsfrauen und 51 Gäste.
Die Frauen und Mädchen stifteten aus diesem Anlass ein Fahnenband.
(Es befindet sich noch heute an unserer Fahne.)
Auf diesem Fest kamen erste Gedanken zur Vereinigung aller deutschen Angler zur Sprache. Der Vorsitzende nahm dieses zum Anlass, darauf ein „Hoch!“ auszusprechen, was von den Gästen freudig erwidert wurde.
1893: Durch eine Vermittlung des Kammerherren und Fischzüchters Max von dem Borne in Berneuchen, wurde der „Central-Verein der Angelfreunde 1866 zu Berlin“ Mitglied im „Fischerei-Verein der Provinz Brandenburg.“
1894: Weitere Kontakte zu Max von dem Borne führten dazu, dass sein früherer Fischmeister Herrguth, der jetzt an der Versuchsanstalt am Müggelsee tätig war, am 8. Februar im Verein ein Vortrag über die künstliche Fischzucht hielt. Herrguth versprach der Versammlung, den vom Verein gepachteten Rummelsburger See untersuchen zu lassen, um daraus Schlussfolgerungen für einen Fischbesatz zu ziehen.
1895: Auf der Versammlung am 5. Dezember wurde die Anfertigung und Anschaffung eines neuen moderneren Vereinsabzeichens beschlossen. Es sollte Flaggenformat mit den Farben grün, weiß rot und im Mittelfeld einen Fisch haben.
1896: Im Februar wurde das neue Abzeichen an die Mitglieder des Vereins verteilt.
Im Oktober wurde von zwei Delegierten berichtet, dass der vom Dresdener Angler-Club beabsichtigte Angler-Kongreß zur Gründung eines Verbandes Deutscher Sportangler wegen mangelnder Beteiligung gescheitert ist.
1898: Im Februar berichtete der Vorsitzende, dass er an einer Aussprache im „Fischer-Club“ teilgenommen habe. Dort wurde gefordert, das Angeln ganz zu verbieten. Er selbst nahm das zum Anlass, mit scharfen Worten dagegen zu sprechen und die Interessen der Angler wahrzunehmen. Der 1. Vorsitzende, Kamerad Wessely, gab nach 12 Jahren die Funktion des Vorsitzenden ab. Neuer 1. Vorsitzender wurde Kamerad Schmidt.
Für die Fahne wurde mit der Summe von 800,00 Mark eine Versicherung abgeschlossen.
1899: Im Januar erschien der Redakteur der Deutschen Fischerei-Zeitung, Herr Carl Paeske in der Versammlung und meldete seine Mitgliedschaft im Verein an.
Im Februar und im April wurden drei für den Verein bedeutende und einflussreiche Männer Mitglied. Herr Paeske als Zeitungsverleger, Herr Timm als Buchdruckereibesitzer und Herr Dr. med. Horst Brehm als Arzt (Sohn des Zoologen Alfred Brehm).
        
1900: Es ist das Jahr des verstärkten Einflusses unseres Vereins auf die Gründung einer Vereinigung aller deutscher Angler.
Die weiteren Ereignisse des Jahres im Zeitraffer:
8. Februar: Diskussion über den Entwurf zur Änderung des Fischereigesetzes. Ausgehend von dieser Versammlung sollten durch Säulenanschlag alle Berliner Angler-Vereine mobil gemacht
werden, um gegen die Gesetzesänderung Front zu machen und die Gründung eines Deutschen Angler-Bundes zu fordern.
8. März: Es erschienen zur Versammlung Vertreter vom „Ältesten Stralauer AV“, vom AV „Plötze“, vom AV „Freundschaft“ und von der „Anglerkolonie Grünau.“
Unter dem Motto „Nichtswürdig ist jeder Sportangler, der seine Ehre nicht verteidigt“ wurde zum gemeinsamen Kampf gegen die Änderung des Fischereigesetzes aufgerufen.
5. April: In dieser Versammlung unseres Vereins wurde ein Komitee gewählt, das den Kampf gegen die Änderung des Fischereigesetzes bündeln und zentral führen sollte. Dieses Komitee verfasste einen „Aufruf zur Begründung eines allgemeinen Deutschen Angler-Bundes.“
Der Angelgerätefabrikant Fritz Ziegenspeck wurde an diesem Tag Mitglied im Verein.
26. April: Es wurde extra eine Generalversammlung einberufen.
Dr. Horst Brehm gab die inzwischen ausgearbeiteten Statuten des Deutschen Angler-Bundes bekannt. Die Gründung war für den 31. Mai 1900 vorgesehen. Unser Verein beschloss, dem Bund beizutreten.
31. Mai: Gründung des „Deutschen Angler-Bundes.“ (DAB)
Kam. Dr. Brehm wurde I. Vizepräsident und Kam. Carl Paeske Generalsekretär.
4. Oktober: Kam. Paeske gab im Verein einen Bericht über die Gründung des DAB, war erfreut über den regen Zuspruch und gab an, dass der Bund inzwischen 1800 Mitglieder hat. Er gab weiter bekannt, dass ab dem 15. Oktober der Bund eine eigene Zeitung mit dem Titel
„Deutsche Angler-Zeitung“  herausgeben wird.
6. Dezember: Kam. Dr. Horst Brehm berichtete in der Mitgliederversammlung des Vereins über die Fortschritte innerhalb des DAB.
1903: In der Generalversammlung am 1. März legte der bisherige 1. Vorsitzende Kam. Schmidt den Vorsitz nieder. Als neuer 1. Vorsitzender wurde Kam. Schiebler I gewählt.
Zum Bundesfest, das vom 23. bis 25. Mai in Berlin stattfindet, wurden 3 Kameraden des Vereins delegiert. Sie führten unsere Fahne mit, die dort präsentiert wurde.
1905: Der DAB wollte die Vereine damit beauflagen, je Mitglied eine Anglerzeitung zu abonnieren. In der Mai-Versammlung wurde darüber heftig diskutiert. Manche Mitglieder sträuben sich dagegen und schlugen auf Grund dieser Tatsache sogar den Austritt des Vereins aus dem Bund vor. Die Mitglieder Dr. Horst Brehm und Carl Paeske sprachen dagegen und Dr. Brehm erläuterte in einem Vortrag die Zusammenhänge, die diese Maßnahme erforderte und bat noch einmal gründlich darüber nachzudenken. Es kam zu einer Abstimmung. 6 Mitglieder waren für und 12 gegen einen Austritt aus dem DAB.
1906: In der Februar-Versammlung wurde das Festkomitee zur Vorbereitung des 40jährigen Stiftungsfestes mit einer Tombola gewählt. Termin  ist nicht bekannt. In der am 7. März stattgefundenen Versammlung wurde berichtet, dass das Stiftungsfest gut und gemütlich verlaufen sei. Es nahmen insgesamt 190 Personen teil. Vom Präsidenten des DAB und dem gleichzeitigen Mitglied unseres Vereins, Kam. Dr. Horst Brehm, kam eine Glückwunschdepesche, die beim Fest verlesen wurde.
1907: In der Januar-Versammlung legte der Kam. Schiebler I als 1. Vorsitzender nach 3 Jahren Tätigkeit in dieser Funktion, sein Amt nieder. Neu gewählt wurde mit 18 von 23 Stimmen der Kam. Engelien.
Im Februar wurde der Beschluss gefasst, die internationale Sportausstellung, die am 20. April in Berlin stattfand, mit Ausstellungsobjekten zu unterstützen und bei der Gestaltung selbst mit Hand anzulegen.
Im März wurde das Vereinsmitglied Carl Paeske aus dem Verein ausgeschlossen, weil er für das Jahr 1906 keinen Beitrag gezahlt hatte und auch auf eine Mahnung nicht reagierte.
Der Schriftführer brachte zum Ausdruck, dass das Protokollbuch nunmehr 25 Jahre alt ist. Da nur noch wenige Seiten zur Verfügung stehen, stellte er den Antrag, ein neues Buch anzulegen. Dem Antrag wurde zugestimmt.
Hier endet unsere Vereins- Chronik für den Zeitabschnitt 1858 bis 1907. 
Weiter zum Abschnitt 1908 bis 1957. 
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